Drug Safety Mail 2009-070 vom 04.08.2009

Clopidogrel ist ein Prodrug. Der die Thrombozytenaggregation hemmende aktive Metabolit entsteht unter Beteiligung von Cytochrom P450 2C19 (CYP2C19) in der Leber. Clopidogrel ist zugelassen zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei Patienten mit Herzinfarkt, mit ischämischem Schlaganfall oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit sowie bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Protonenpumpenhemmer (PPI) werden häufig gemeinsam mit Clopidogrel verordnet. PPI können die Aktivität von CYP2C19 hemmen. Clopidogrel kann daher bei Patienten, die diese Arzneimittelkombination erhalten, weniger wirksam sein.

Empfehlungen für Angehörige der Heilberufe bis zur Verfügbarkeit neuer Daten:

  • Angehörige der Heilberufe sollten die potentielle Wechselwirkung zwischen Clopidogrel und PPI oder anderen Arzneimitteln, die CYP2C19 inhibieren, beachten, da diese Wechselwirkung zu einer Verminderung der klinischen Aktivität von Clopidogrel führen könnte.
  • Patienten sollten Clopidogrel weiterhin wie verordnet einnehmen.
  • Patienten, die Clopidogrel-haltige Arzneimittel einnehmen, sollten PPI und andere Arzneimittel, die CYP2C19 hemmen, vermeiden, es sei denn, sie sind absolut notwendig. Wenn die Anwendung eines gastroprotektiven Arzneimittels angezeigt ist, sollte berücksichtigt werden, dass andere Magensäure-vermindernde Arzneimittel, wie H2-Blocker oder Antazida, die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung von Clopidogrel nicht beeinträchtigen.

Rote-Hand-Brief zu Plavix® (Clopidogrel), Sanofi-Aventis Deutschland GmbH vom Juli 2009: http://www.akdae.de/20/40/Archiv/2009/200908042.pdf

Rote-Hand-Brief zu Iscover® (Clopidogrel), Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KgaA vom Juli 2009: http://www.akdae.de/20/40/Archiv/2009/200908041.pdf

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Auf der Internetseite der AkdÄ finden Sie dafür einen Berichtsbogen, der auch regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen UAW-Verdachtsfall online zu melden.


Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin

Postfach 12 08 64, 10598 Berlin

Telefon: +49 30 400456-500, Telefax: +49 30 400456-555

E-Mail an die Geschäftsstelle