Drug Safety Mail 2009-072 vom 10.08.2009

Hydroxyethylstärke ist ein bei Volumenmangel wirksamer "Plasmaexpander". In der Form HyperHAES® steht eine besonders konzentrierte Lösung mit einer Osmolarität von 2.464 mosmol/ l zur Verfügung, die in der Initialtherapie der akuten Hypovolämie und des Schocks als einmaliger Bolus (ca. 4 ml/kg KG = 250 ml für 60 bis 70 kg KG) nur einmal verabreicht werden soll (1). Trotz der mehr als 8 mal höheren Osmolarität gegenüber dem Serum kann die Lösung peripher-venös verabreicht werden. Falls vorhanden, sei eine zentralvenöse Verabreichung zu bevorzugen (1). Auf die Möglichkeit der Gewebsschädigung bei Paravasaten wird in der Fachinformation nicht ausdrücklich hingewiesen.

Wir erhielten einen Bericht über einen 81-jährigen männlichen Patienten, der unter der Indikation "Hypovolämie" HyperHAES® erhielt. Es kam zu einem Paravasat mit ausgedehntem Gewebeschaden (siehe Bild im AVP-Artikel).

Es sei deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese hochkonzentrierte Lösung nur sicher intravenös, am besten in eine große Vene, noch besser über einen zentralvenösen Zugang gegeben werden sollte.

Literatur

  1. Fresenius Kabi Deutschland GmbH: Fachinformation HyperHAES®. Stand: Juli 2008.

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