Drug Safety Mail 2010-104 vom 16.07.2010

Rote-Hand-Brief zum arrhythmogenen Risiko in Verbindung mit Invirase® (Saquinavir) durch QT- und PR-Intervallverlängerung

Saquinavir ist ein Proteaseinihibitor, der selektiv die HIV-Protease hemmt und so die Bildung reifer, infektiöser Viruspartikel verhindert. Invirase® ist nur in Kombination mit Ritonavir und anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung HIV-1-infizierter erwachsener Patienten zugelassen. Der Hersteller informiert jetzt in einem Rote-Hand-Brief über das Risiko einer QT-Verlängerung in Verbindung mit Invirase®, das zu Ergänzungen der Fachinformation geführt hat.

Es wird u. a. darauf hingewiesen, dass Saquinavir bei Patienten mit angeborenen oder erworbenen QT-Verlängerungen oder anderen Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen kontraindiziert ist. Hierzu zählt auch die gleichzeitige Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die das QT- oder PR-Intervall verlängern. Die Kombination mit Arzneimitteln, die zu einer erhöhten Plasmakonzentration von Saquinavir führen, sollte vermieden werden, wenn alternative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn Arrhythmien, QT- oder PR-Verlängerungen auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Auf der Internetseite der AkdÄ finden Sie dafür einen Berichtsbogen, der auch regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen UAW-Verdachtsfall online zu melden.


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