Drug Safety Mail 2010-117 vom 20.09.2010

Mitteilung über das mögliche Risiko für das Auftreten von Plattenepithelkarzinomen der Haut bei einer Langzeittherapie mit Vfend® (Voriconazol)

Voriconazol ist ein Breitspektrum-Antimykotikum vom Triazol-Typ. Es ist zugelassen für die Behandlung der invasiven Aspergillose, der Candidämie bei nicht-neutropenischen Patienten, bei schweren, invasiven, Fluconazol-resistenten Candida-Infektionen und bei schweren Pilzinfektionen durch Scedosporium spp. und Fusarium spp. Es sollte in erster Linie bei Patienten mit progressiven, möglicherweise lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden.

Der Hersteller informiert über Fälle von Plattenepithelkarzinomen der Haut, die bei Patienten unter einer Langzeitzeittherapie mit Voriconazol aufgetreten sind. Die betroffenen Patienten wiesen phototoxische Reaktionen und weitere Risikofaktoren einschließlich einer Immunsuppression auf. Zwar ist nach Angaben des Herstellers nicht belegt, ob und inwieweit Voriconazol zur Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms beiträgt, um das Risiko phototoxischer Reaktionen zu senken, sollten Patienten jedoch direktes Sonnenlicht meiden, schützende Bekleidung tragen und Sonnenschutzmittel verwenden. Voriconazol sollte nur in den zugelassen Indikationen bei möglichst kurzer Behandlungsdauer eingesetzt werden.

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Auf der Internetseite der AkdÄ finden Sie dafür einen Berichtsbogen, der auch regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen UAW-Verdachtsfall online zu melden.


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