Drug Safety Mail 2010-122 vom 15.10.2010

Mitteilung zu Überdosierungen der Memantinhydrochlorid-haltigen Arzneimittel Axura® und Ebixa® durch Verabreichungsfehler bei Anwendung der Dosierpumpe

Das Antidementivum Memantin ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Memantin soll durch antagonistische Aktivität am NMDA (N-Methyl-D-Aspartat)-Rezeptor vor der Wirkung pathologisch erhöhter toxischer Konzentrationen von Glutamat schützen, die bei Alzheimer-Demenz zu neuronalen Funktionsstörungen beitragen sollen.

Die Hersteller von Memantinhydrochlorid-haltigen Lösungen weisen auf Überdosierungen hin, die seit Einführung einer neuen Dosierpumpe im Februar diesen Jahres gemeldet wurden. Die Überdosierungen sind durch Verwechslung der durch die neue Dosierpumpe abgegebenen Dosis mit der durch die zuvor eingesetzte Tropfflasche abgegebenen Dosis entstanden. Mit einer Pumpbewegung der Dosierpumpe werden 0,5 ml Lösung abgegeben; dies entspricht 5 mg Memantinhydrochlorid. Die tägliche Höchstdosis beträgt 20 mg oder 4 Pumpbewegungen.

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Auf der Internetseite der AkdÄ finden Sie dafür einen Berichtsbogen, der auch regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen UAW-Verdachtsfall online zu melden.


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