Newsletter nicht lesbar? Newsletter-Archiv online
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
AkdÄ Drug Safety Mail 2010-127
 
06.12.2010

Rote-Hand-Brief zum Zusammenhang zwischen Tocilizumab (RoActemra®) und Anaphylaxie

Tocilizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der durch Bindung an den Rezeptor von Interleukin-6 (IL-6) die Aktivität dieses proinflammatorischen Zytokins blockiert. IL-6 wird mit der Entstehung von entzündlichen Krankheiten einschließlich rheumatoider Arthritis in Verbindung gebracht. Tocilizumab ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis in Kombination mit Methotrexat (MTX), wenn eine Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) oder Tumornekrosefaktor(TNF)-Inhibitoren nicht angesprochen hat oder nicht vertragen wurde. Zur Monotherapie kann RoActemra® bei diesen Patienten eingesetzt werden, falls eine MTX-Unverträglichkeit vorliegt oder eine Fortsetzung der Therapie mit MTX unangemessen erscheint.

Vor dem Hintergrund eines Falls einer Anaphylaxie mit tödlichem Ausgang bei einer Patientin mit rheumatoider Arthritis, die mit Tocilizumab behandelt wurde, informiert der Hersteller über notwendige Sicherheitsmaßnahmen. Bei allen Patienten muss während und nach der Verabreichung von Tocilizumab aufmerksam auf Zeichen einer Überempfindlichkeit oder Anaphylaxie geachtet werden. Medizinische Behandlungsmöglichkeiten einer anaphylaktischen Reaktion müssen zum sofortigen Gebrauch zur Verfügung stehen. Wenn eine Anaphylaxie oder eine andere schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion/ schwerwiegende infusionsbedingte Reaktion auftritt, müssen die Gabe von Tocilizumab umgehend abgebrochen und geeignete Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden. Tocilizumab muss in solchen Fällen dauerhaft abgesetzt werden.

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Auf der Internetseite der AkdÄ finden Sie dafür einen Berichtsbogen, der auch regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen UAW-Verdachtsfall online zu melden.

nach oben
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Herbert-Lewin-Platz 1 • 10623 Berlin

Telefon: +49 30 400456-500
Telefax: +49 30 400456-555

newsletter@akdae.de
www.akdae.de
Kontakt zur AkdÄ
Impressum

Arzneimittelsicherheit
Arzneimitteltherapie
Stellungnahmen
Die AkdÄ
Service