Drug Safety Mail 2013-08

08.02.2013 – Aus der UAW-Datenbank: Rhabdomyolyse nach Isotretinoin

Orale Retinoide werden in der Dermatologie zum Beispiel eingesetzt zur Behandlung der Psoriasis, der Ichthyosis und des Lichen ruber planus (Acitretin), beim schweren chronischen Handekzem (Alitretinoin) und bei schweren Formen der Akne (Isotretinoin).

Der AkdÄ wurde der Fall eines jungen Mannes gemeldet, dessen nicht ausreichend wirksame Therapie einer Acne papulopustulosa partim conglobata auf orales Isotretinoin und topische Azelainsäure umgestellt wurde. Nach sportlicher Anstrengung kam es zu Muskelschmerzen, die nach Ausschluss einer Thrombose symptomatisch behandelt wurden. Kurz darauf musste der Mann eine körperlich anstrengende Reise vorzeitig abbrechen und wurde in schlechtem Allgemeinzustand stationär aufgenommen. Laborchemisch zeigte sich eine Rhabdomyolyse mit beginnendem Nierenversagen sowie erhöhten Transaminasen und Entzündungswerten und es bestand der Verdacht auf eine myokardiale Beteiligung. Kurz nach Beginn der Behandlung wurde der Patient reanimationspflichtig. Das EKG zeigte eine ventrikuläre Tachykardie, die in ein Kammerflimmern und anschließend in eine Asystolie überging. Die Reanimation blieb erfolglos. Die Obduktion bestätigte eine schwere Rhabdomyolyse mit Beteiligung des Herzmuskels, die auf die Kombination von Isotretinoin und starker körperlicher Belastung zurückgeführt wurde.

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Auf der Internetseite der AkdÄ finden Sie dafür einen Berichtsbogen, der auch regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen UAW-Verdachtsfall online zu melden.