Drug Safety Mail 2015-15

12.05.2015 – Rote-Hand-Brief zu Harvoni® (Sofosbuvir + Ledipasvir), Sovaldi® (Sofosbuvir) und Daklinza® (Daclatasvir): Risiko von klinisch signifikanten Herzrhythmusstörungen bei gleichzeitiger Therapie mit Amiodaron

Das Kombinationspräparat Harvoni® (Sofosbuvir + Ledipasvir) und die Monopräparate Sovaldi® (Sofosbuvir) und Daklinza® (Daclatasvir) sind indiziert zur Behandlung Erwachsener mit chronischer Hepatitis C, wobei die Monopräparate jeweils nur in Kombination mit anderen Arzneimitteln zugelassen sind. Sofosbuvir wirkt antiviral durch Hemmung der RNA-Polymerase NS5B, die für die Replikation des Hepatitis-C-Virus (HCV) erforderlich ist. Ledipasvir und Daclatasvir wirken hemmend auf das HCV-NS5A-Protein, das sowohl für die RNA-Replikation als auch für den Zusammenbau von HCV-Virionen benötigt wird. Ledipasvir ist in Deutschland nur in fixer Kombination mit Sofosbuvir verfügbar.

Die Hersteller informieren in einem Rote-Hand-Brief über das Risiko schwerer Bradykardien oder Herzblock bei Patienten, die neben Amiodaron mit Sofosbuvir + Ledipasvir oder mit Sofosbuvir in Kombination mit Daclatasvir behandelt wurden und geben Empfehlungen:

  • Die Bradykardie wurde innerhalb von Stunden bis zu zwei Wochen nach Beginn der HCV-Behandlung beobachtet. Die Inzidenz dieser Ereignisse ist nicht bekannt.
  • Wenn unter einer Amiodaron-Therapie die gleichzeitige Anwendung von Sofosbuvir + Ledipasvir oder Sofosbuvir in Kombination mit Daclatasvir nicht vermieden werden kann, sollten die Patienten insbesondere in den ersten Wochen engmaschig überwacht werden.
  • Patienten, die mit Sofosbuvir + Ledipasvir oder Sofosbuvir in Kombination mit Daclatasvir behandelt werden, sollten nur dann auf Amiodaron eingestellt werden, wenn andere Optionen zur Behandlung der Herzrhythmusstörung nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind. Auch hier ist eine engmaschige Überwachung erforderlich.
  • Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron ist eine angemessene Überwachung auch durchzuführen, wenn Amiodaron innerhalb der vorangegangenen Monate abgesetzt wurde und nun die antivirale Behandlung begonnen werden soll.
  • Bei hohem Risiko für Bradyarrhythmien müssen Patienten nach Beginn der gleichzeitigen Amiodaron- und antiviralen Therapie zusätzlich kontinuierlich über 48 Stunden in einem geeigneten klinischen Umfeld überwacht werden.
  • Betroffene Patienten müssen über Symptome von Bradykardie und Herzblock aufgeklärt und angewiesen werden, ggf. sofort medizinischen Rat einzuholen.

Die Fach- und Gebrauchsinformationen dieser Arzneimittel werden aktualisiert.